Aufbau eines Velorex Seitenwagen

 

Im April 2008 kaufte ich mir, um meine kleine Bikerbraut (damals 4 Jahre), zu befriedigen, einen Velorex Seitenwagen. Der Kauf war ein absolutes Schnäppchen, denn ich habe für den Seitenwagen gerade einmal 500,00 € bezahlt. Dazubekommen habe ich aber noch eine neue Scheibe, eine neue originale! Sitzbank und nagelneue Innenfutter. Die Ersatzteile die ich dazubekommen habe hatten einen Wert von ca. 200,00 €.

Der Aufbau erfolgte gleich nach Kauf, am daraufliegendem Wochenende, mit der Demontage des Seitenwagen.

So sah der Seitenwagen beim abholen aus..............

 

Als erstes habe ich die Bremse generiert, denn ich wollte schon mal ein erstes Erfolgserlebnis haben. Dank auch an meinen Bruder, der mir sehr viel beim meinem Projekt geholfen hat. Seine erste Tat war den Stoßdämpfer, der schon trocken war, zu überholen und seine zweite Tat war aus unserem Ersatzteilvorrat eine neue Felge und neue Speichen zu entnehmen und neu einzuspeichen und zu zentrieren                                                 (ich hätte dieses nie so gut hinbekommen wie er).

hier die Bilder dazu......

das ist die Bremse

 

und ......

das neue Rad

beim zentrieren

der Anfang war gemacht und nun kam dass vor dass ich "Grauen" hatte. Der alte Lack musste runter. Ich habe mich dafür entschieden, den Lack mit Beize zu entfernen, was habe ich mich abgemüht und meine Hände taten nach 8 Stunden weh. Gut war es, dass ich zwischen den einzelnen Beizanstrichen warten musste. Den Rest der Farbe habe ich dann mit einem Heißluftföhn abbekommen. In Nachhinein hätte ich mir die Beize sparen können, denn ich hätte die gesamte Farbe damit entfernen können und ich mir Zeit sparen können- aber diese Lehren muss man erfahren. Hier ein paar Bilder

nach dem ersten Mal sah es dann so aus......

danach ging es ans schleifen, man war das auch eine Arbeit, denn durch die Schwingungen des Schwingschleifers wurde der mit der Zeit immer schwerer, hier das Ergebnis und die Grundlage zum spachteln.....

Es war aber noch eine Menge Arbeit, die vor uns lag, denn auch die Kleinteile mussten aufgearbeitet werden. Viele Stunden habe ich verbracht mit dem schleifen und polieren der Metall- und Aluteilen.

hier noch das Ergebnis von meiner Arbeit

nachdem meine Stahlteile/ Rahmen vom Sandstrahlen fertig waren, gings nun ans grundieren. Da ja das Boot aus Kunststoff war musste ich mit 2K Grundierung arbeiten. Ich, so schlau wie ich bin, wollte alles mit 2K Grundierung aus der Spraydose machen- ach war das ein Reinfall, denn da wird man "arm", da man auf die Fläche nie hinkommt, trotz der Beratung im Farbenfachgeschäft! Mein Bruder (der Lackierer glernt hat) hat dann schnell 2K Grund beim Lackierer gekauft und ich habe schnell einen Kompressor bei meinen lieben Nachbarn geliehen und schon gings richtig flott zugange. Also, wenn Ihr auch vorhabt 2K Lacke zu verwenden, dann machts nie mit Sprühdosen!!!!!!!

hier bei der Arbeit........

nachdem alle Teile grundiert waren, gings ans spachteln. Erst haben wir es mit 2K Spachtel aus der Dose versucht, die aber innerhalb von wenigen Minuten hart war, haben wir uns dann entschieden haben es mit 2K Spritzspachtel und dann nur noch die "Kleinarbeiten" mit 2K Spachtel aus der Dose zu machen. Alle Arbeiten mit der Farbe habe ich meinem "Fachmann" erledigen lassen, da mein Brüderchen das besser Händchen dafür hatte.

weiter gings dann ans fertigmachen zum lackieren. Diese Arbeit habe ich dann übernommen. Als erstes habe ich mit 400er und danach mit 600er Wasserschleifpapier alle meine grundierten und gespachtelten Teile geschliffen. Die Teile waren danach glatt wie ein "Babypopo" und es war schön endlich schon mal "Licht am Ende des Tunnels" zu sehen.

Nun mussten wir auf schöne warme Tage warten, denn es sollten schon mindestens 24 Grad sein um ein sehr gutes Ergebnis beim Lackieren zu erreichen. Mitte Mai 2008 war es dann soweit und mein Bruder hat alle meine Teile lackiert. Hier ein paar Impressionen dazu.....

und so sah das Ergebnis nach nur 2 Stunden Trockenzeit aus.......

jetzt war es fast geschafft, als Erstes, nach meinen Juni Urlaub habe ich meine Sitzbank passend zu meinem Motorrad neu bezogen, hier an der Stelle einen ganz lieben Dank an meine Mutti, die meine Sitzbank der Maschine und des Seitenwagens neu genäht hat. Die Innenverkleidung habe ich dann als nächstes grundlegens neu gemacht, natürlich mit weißem Kunstleder.

nun endlich konnte ich die Endmontage beginnen, als erstes mal die Schwinge zusammenbauen und dann weiter den Rahmen und die Montage ans Motorrad, man war ich aufgeregt und voller Vorfreude, denn in ein paar Stunden war mein Projekt fertig.

dann das Boot drauf und schon konnte ich meine erste Proberunde drehen. Oh Mann, wie habe ich geschwitz, denn das Fahrverhalten ist total anders und ich habe beim ersten Mal fast schon eine Garagewand mitgenommen, denn ich bremste und links kam die Garagenwnd immer näher.......puuuuuhhhhh zum Glück war ich ja langsam.............

jetzt fehlte nur noch die Scheibe und die Linierung am Boot.....

 

ein paar Tage später war mein Projekt fertig und hier ein paar Fotos.......

Insgesamt mit TÜV- Prüfung habe ich 94 Tage gebraucht mein Projekt fertigzustellen.

Folgende Kosten hatte ich:

Anschaffung: 500,00 €

Ersatzteile: ca. 120,00 €

Grundierung: ca. 50,00 €

Spachtel: ca. 50,00 €

Farbe: ca. 120,00 €

Kunstleder: ca. 30,00 €

Verchromen und verzinken: 80,00 €

TÜV Abnahme: ca. 25,00 € (weiß nicht mehr genau)

Eintragung in KFZ Brief: ca. 35,00 €

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Gesamtkosten für den Aufbau: ca. 1010,00 €

 

hier noch das letzte Bild mit einer zufriedenen und stolzen "Bikerbraut"